Im August in Berlin

 

Hallo, Genossen, wir sind in Berlin.

Uns ist es endlich gelungen,

Brandts und Lemmers Hassmelodien

sind jetzt ausgesungen.

Nun ist die Luft wieder rein und das ist gut.

Und wer sie trüben will, kriegt eine auf den Hut.

Nun ist die Luft wieder klar und frisch,

denn im August, denn im August, da machen wir hier reinen Tisch.

 

Hallo, ihr Freunde, wir stehen auch für euch

an der Spree und am Brandenburger Tor.

Und jedem, der es hören will,

dem sagen wir im Chor:

Nun ist die Luft wieder rein und das ist gut.

Und wer sie trüben will, kriegt eine auf den Hut.

Nun ist die Luft wieder klar und frisch,

denn im August, denn im August, da machen wir hier reinen Tisch.

 

Mädel, ich ruf dich vom Ufer der Spree,

wo wir heut‘ und morgen noch bleiben.

Wenn ich heut Nacht auf Posten steh,

denk ich an dich und will dir später schreiben.

Nun ist die Luft wieder rein und das ist gut.

Und wer sie trüben will, kriegt eine auf den Hut.

Nun ist die Luft wieder klar und frisch,

denn im August, denn im August, da machen wir hier reinen Tisch.

 

 

Komponist und Texter: Max Spielhaus. Es singt Günther Haack. Das Lied übermittelt eine euphorische Festtagslaune, die vermeintlich nach der Grenzschließung in Ostberlin herrscht. Diesem freudigen Duktus werden im Text sogleich auch „Brandts und Lemmers Hassmelodien“ gegenübergestellt. Die mitunter sehr brutale Realität der Berliner Augusttage wird euphemistisch im flapsigen Refrain angedeutet: Wer die „gute und wieder reine Luft“ trüben will, „kriegt eine auf den Hut“.