Song vom Schieber-Ramsch

 

Ach, was war das doch bis eben in Berlin für’n schönes Leben,

jehn wa rüber, jehn wa nüber, sangen Gangster und die Schieber.

Sonntags früh vorm Morgenrot - Klappe zu und Affe tot.

 

Lemmer samt den Frontstadtbossen, stehn wie Pudel, die begossen,

denn der Opa Adenauer ist natürlich furchtbar sauer.

Brüllt den Willy an „Idiot“ - Klappe zu und Affe tot.

 

Menschenhändler, Wechsler, Gangster, Frontstadtjob, das war ihr längster,

wer wird sich nun dieser Armen, Arbeitslosen jetzt erbarmen?

Huch, sie leiden große Not - Klappe zu und Affe tot.

 

Manche Neese ist nun blasser, mancher Plunder plumpst ins Wasser,

mancher Hintern in die Nesseln, denn es ließ sich nicht entfesseln.

Von Berlin aus der Fall „rot“ - Klappe zu und Affe tot.

 

Und der Anblick unsrer Kämpfer wirkt auf Rowdies prompt als Dämpfer,

während wir im Schutz der Waffen für den Sozialismus schaffen.

Für das Westjobangebot – Klappe zu und Affe tot.

 

Wer den kalten Krieg geheizt hat, sich hier leider überreizt hat,

der Versuch ging in die Binsen, kein Profit und keine Zinsen.

Bei dem Unfall hilft kein Jod – Klappe zu und Affe tot.    

 

 

Komponist: Siegfried Matthus. Text von Herma Langenhahn. Es singt Günther Haack. In sarkastischem Tonfall werden die nun plötzlich arbeitslosen „Menschenhändler, Wechsler, Gangster“ besungen sowie die „begossenen Pudel“ Willy Brandt und Gerd Lemmer. Markant schließt jede Strophe mit der Phrase „Klappe zu und Affe tot“, die durch den in den selben Tagen entstandenen Schlager „Im Sommer einundsechzig“ landläufig bekannt wurde und seither im Zusammenhang mit dem Mauerbau verwendet wurde.