Ein Trauerlied für Willy Brandt

 

Herr Brandt, der sonst auf Reisen nur,

ist äußerst schnell zurück gekommen

als er noch auf Reclametour

die letzten Neuigkeiten vernommen.

Was für ein Ding,  Herr Brandt ist platt,

wie können die denn sowas wagen.

Die setzen Brandt und Lemmer matt

und alles ohne es zu fragen.

Herr Brandt ist bös zu dem Senat, 

der unterdes herbei geschlichen.

Da weinte er was von Verrat

und alles wird noch bar beglichen.

Man lud die Kommandanten ein,

die dort sind, um Herrn Brandt zu stützen.

Die solln das Bürgermeisterlein

jetzt vor der vollen Pleite schützen.

Brandt sieht sich um, ist das der Dank?

Schon packt man schnell die Möbelwagen.

Schon rollt das Geld man von der Bank,

und wieder ohne Brandt zu fragen.

Auch ist das Brandenburger Tor

ihm vor der Nase zugeflogen.

Brandt und sein Haufen stehn davor,

weil unsre Wache aufgezogen.

Nun gut, er hetzt jetzt wie noch nie,

möcht gar die SED verbieten.

Man sieht, die Frontstadt-Lotterie

hat diesmal wirklich nur noch Nieten.

Wir gehen vorwärts unbeschwert, na endlich,

und seit wir am Zuge,

hat Menschenhandel aufgehört

mit samt dem eins zu vier Betruge.

 

 

Komponist: Max Spielhaus. Text von Theo-Willy Wille. Es singt Eva Lorenz. Ein Song, der hämisch die Situation Willy Brandts als regierenden Bürgermeister von Berlin betrachtet, der als trotzig-beleidigter und passiver Beobachter der Grenzschließung dargestellt wird. Als strahlend und „unbeschwert vorwärts“ gehend werden hingegen die DDR-Kräfte beschrieben.