Ausgerechnet am 13.

 

Es kam ganz plötzlich über Nacht, Herrn Lemmer sieht man kochen.

Sie komm’n nicht mehr, die ihm zuvor noch auf den Leim gekrochen.

Die Abwerbung, die einst so munter blühte,

erweist sich nun als Job geringer Güte.

So manches schöne Kopfgeld ist passé

und jeder Menschenhändler ruft „O weh“.

Ausgerechnet am Dreizehnten,  musste mir det passieren,

ausgerechnet am Dreizehnten, musst  ich diesen Job verlieren.

 

Vorbei, passé für andre noch iss nun mit ihrem Lenze,

man fütterte das Publikum im Kintopp an der Grenze

mit wilden Western aus dem freien Westen.

Das Motto „Hitchchock’s Leichen sind die Besten“.

Nun jeht det aber nich mehr weiter so.

Und wütend schimpft der Boss vom Grenzkino.  

Ausgerechnet am Dreizehnten,  musste mir det passieren,

ausgerechnet am Dreizehnten, musst  ich diesen Job verlieren.

 

Der Wechselstübler ist perplex und auch der smarte Schiever.

Wat macht nun schließlich Nummer eins, kann Nummer zwei nicht rüber?

Nun bleiben als Arbeitskräfteausgleichsrate

die Wechselstubenbosse dem Senate.

Zutiefst empört mit wehem Unterton

seufzt um so mancher Schwindelkursbaron.   

Ausgerechnet am Dreizehnten,  musste mir det passieren,

ausgerechnet am Dreizehnten, musst  ich diesen Job verlieren.

Musst ich diesen Job verliern.

 

 

Komponist: Siegfried Schäfer. Text von Hans Georg Herde. Es singen Ellinor Vogel und Werner Trögner. In diesem ebenfalls in der Woche des Mauerbaus produzierten und gesendeten Song werden satirisch die durch den Mauerbau abrupt beendeten Karrieren von „unliebsamen Gestalten“ vorgeführt, gegen die die sozialistische Propaganda in diesen Tagen besonders hetzte: Der „Menschenhändler“ aus dem Westen, der Grenzkinobetreiber und der „Schwindelkursbaron“.