Herr Raffzahn

 

Herr Raffzahn ist ein übler Wicht.

Er säet nicht, er erntet nicht.

Doch hat er unser Brot im Kasten.

Mit seinem Job in Westberlin

will er ganz doof Profite ziehn

und lebt zu unsern Lasten.

 

Na hör mal her, na hör mal hin,

das hat doch alles keinen Sinn,

der Zahn ist faul, den muss man ziehn, aua.

Schon passiert, sie können spülen.

 

Und noch ‚nen Schnaps und noch ‚nen Bier,

was kost‘  Berlin für eins zu vier.

Das ist Herrn Raffzahns Losung nämlich.

Hier lebt er, drüben schuftet er mit

und leckt den Stiefel, der ihn tritt.

Das ist doch mehr als dämlich.

 

Na hör mal her, na hör mal hin,

das hat doch alles keinen Sinn,

der Zahn ist faul, den muss man ziehn, aua.

Schon passiert, sie können spülen.

 

Herr Raffzahn hat auch eine Frau,

die nimmt die Ehre nicht genau.

Sie geht als Scheuertuch-Mariechen.

Ihr Job ist Westberliner Dreck

und schmeißt die Gnädige Abfall weg,

dann darf sie mal daran riechen.

 

Na hör mal her, na hör mal hin,

das hat doch alles keinen Sinn,

der Zahn ist faul, den muss man ziehn, aua.

Schon passiert, sie können spülen.

 

 

Komponist: Werner Busch. Text von Karl Stitzer. Auch dieser Song wurde kurz vor dem Mauerbau geschrieben und spiegelt die Abgrenzungstendenzen zum Westteil Berlins wider. Polemisch wird der konsumgierige „Herr Raffzahn“ vorgestellt, der im Westen arbeitet und daraus Profit schlägt, aber im Osten lebt.